Versicherung

Versicherung - nervig - aber leider muss es sein

Sozialversicherung

Gesetzliche Sozialversicherung

Als eines der leistungsstärksten Sozialsysteme der Welt bietet Deutschland mit Hilfe der Sozialversicherung Absicherung vor Risiken und weitgehenden Schutz vor Armut. Über 90 % der Bürger sind entweder pflicht- oder freiwillig sozialversichert.
Die jeweiligen Beitragssätze sind gesetzlich festgelegt und werden überwiegend von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen finanziert. Das Solidaritätsprinzip besagt dabei, dass die Beiträge umso höher sind, desto mehr Verdienst erhalten wird, aber dennoch jeder gleich abgesichert ist. Für die Grundsicherung des Existenzminimums (Sozialhilfe) dagegen sorgt der Staat selbst mit Hilfe von Steuermitteln.

Reichskanzler Otto von Bismarck verbesserte die Lebensqualität der Arbeiterschaft, indem er bereits 1883 eine gesetzliche Krankenversicherung für Arbeiter zur Kostenübernahme bei Krankheiten einführte und damit den Grundstein für die Sozialversicherung legte.
Das heute als „Fünf-Säulen-Fundament“ bezeichnete Sozialsystem wurde 1884 durch die Unfallversicherung erweitert, die bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten für Heilung und Entschädigung einsteht.

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Abhängig von der Einkommenshöhe können sich die Bürger mit der 1889 eingeführten Rentenversicherung im Alter oder bei verminderter Erwerbsfähigkeit auf einen Lohnersatz in Form einer Rente verlassen. Bei Tod von Angehörigen besteht die Möglichkeit einer Witwen- bzw. Waisenrente.

Die Arbeitslosenversicherung wurde 1927 eingeführt, die im Falle von Arbeitslosigkeit den Lebensunterhalt sichern und die Neueingliederung in die Arbeitswelt unterstützen soll.
1995 erschuf die Gesetzliche Pflegeversicherung die fünfte und letzte Säule des Systems und bietet eine Absicherung bei Pflegebedürftigkeit. Derzeit haben ca. 2 Millionen Menschen darauf Anspruch, da sie aufgrund körperlicher oder geistiger Krankheit bzw. Behinderung ihren Alltag nicht eigenständig verrichten können.

Laut Generationenvertrag sorgen die Jüngeren für die Älteren. Problematisch dabei ist, dass die Menschen heutzutage immer älter werden, aber wegen sinkender Geburtenrate weniger Junge zur Verfügung stehen, die das Sozialsystem absichern können. Langfristig gesehen lässt sich die Sozialversicherung nur finanzieren, wenn mehr Beiträge gezahlt, aber gleichzeitig weniger Leistungen dafür in Anspruch genommen werden.

Welche Versicherung braucht man wirklich?

Versicherungen: Welche braucht man wirklich?

Über den Nutzen mancher Versicherungen lässt sich wahrlich streiten. Letztendlich bleibt manchmal von der beabsichtigen Sicherheit eher ein unnötiges Verlustgeschäft. Daher stellt sich die berechtigte Frage: Welche Versicherungen sind unverzichtbar und sinnvoll?

Pflichtversicherungen für jeden

Seit dem 01.04.2007 besteht gesetzlich eine Kranken- und Pflegeversicherungspflicht, sofern nicht eine andere Absicherung im Krankheitsfall vorhanden ist. Kinder sind beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, in den Privaten jedoch meist nur mit Zusatzbeitrag.
Unverzichtbar für jeden ist eine Private Haftpflichtversicherung,
die bis zu einer bestimmten Versicherungssumme für Schäden, die man verursacht hat, aufkommt. Mitunter schließen Tarife auch grobe Fahrlässigkeit ein, die schnell in Millionenhöhe enden können. Kinder sind in Familientarifen mitversichert.

Empfohlene Versicherungen für Alleinstehende und Familien

 

Für alle, die von ihrem Arbeitseinkommen leben, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr als sinnvoll, denn die gesetzliche Absicherung reicht für den Lebensunterhalt bei Weitem nicht aus. Ein Abschluss sollte bereits für Berufseinsteiger erfolgen, denn sobald erste Krankheitsanzeichen auftauchen, schrauben sich entweder die Beiträge enorm in die Höhe oder die Police wird komplett abgelehnt.

9571418_sBestehen bereits Vorerkrankungen, die den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung verhindern, steht noch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zur Wahl. Diese tritt jedoch erst dann in Kraft, wenn der Betroffene Tätigkeiten jeglicher Art nur noch höchstens 2-3 Stunden täglich verrichten kann.

Eine Risikolebensversicherung wird Menschen sehr ans Herz gelegt, die Familienangehörige zu versorgen haben. Dies gilt insbesondere, wenn es nur einen Hauptverdiener gibt, um bei dessen Tod den Ehepartner und die Kinder finanziell abzusichern. Für Singles ohne Kinder ist diese Versicherung allerdings zwecklos.

Empfohlene Versicherungen für Hausbesitzer und Mieter

Als Hausbesitzer ist eine Wohngebäude- und Elementarschadenversicherung unumgänglich, um bei Feuer-, Sturm- oder Leitungswasserschäden vor dem finanziellen Ruin abgesichert zu sein.

Mietern wird ein Mietrechtsschutz empfohlen, der aber meist nur in Kombination mit einem Privat-Rechtsschutz möglich ist. Streitigkeiten bezüglich Kündigung, Nebenkostenabrechnung, Mietminderung, u.a. bieten hier finanziellen Rückhalt.

Sinnvolle Zusatzversicherungen für Alleinstehende und Familien

Da die gesetzliche Rentenversicherung für den Erhalt des Lebensstandards im Alter meist nicht ausreicht, empfiehlt sich eine private Rentenversicherung. Für Arbeitnehmer ist hierbei die staatlich geförderte Riesterrente interessant, für Selbständige die Rürup-Rente.

Die Folgen eines Unfalls deckt eine Unfallversicherung ab. Wem eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung versagt bleibt, findet meist hier finanzielle Unterstützung im Ernstfall. Eine Unfallversicherung kann auch für Kinder abgeschlossen und gleichzeitig als Ansparplan genutzt werden.

Auch eine Rechtsschutzversicherung, die sich in verschiedene Teilbereiche unterteilt, kann eine sinnvolle Investition sein. U.a. ist hier der Verkehrsrechtschutz für KFZ-Halter empfehlenswert.

Sinnvolle Zusatzversicherungen für Hausbesitzer und Mieter

Egal ob Hausbesitzer oder Mieter, sobald das Inventar einen gewissen Wert erreicht, der nicht leicht ersetzt werden kann, ist eine Hausratversicherung zweckmäßig. Je nach Tarif sind hier Verluste in Folge von u.a. Diebstahl, Feuer, Sturm und Leitungswasser abgesichert.

Rentner

Rentner: Welche Versicherung braucht man wirklich?

Versicherungen können manchmal eine fragwürdige Angelegenheit sein, bei der vor allem Rentner auf Hilfe angewiesen sind, um die Versicherungen herauszufiltern, die wirklich gebraucht werden.

Versicherungen für Rentner in der eigenen Wohnung

Gerade im Rentenalter, wo Krankheiten oft zunehmen, besteht auch die gesetzliche Pflicht für die Kranken- und Pflegeversicherung. Wer gesetzliche Rente bezieht, ist in der Krankenversicherung für Rentner versichert, die den gesetzlichen Krankenkassen zugeordnet ist, und zahlt die Hälfte vom Beitrag. Freiwillig oder privat Versicherte zahlen auch hier die vollen Beiträge und können beim Rentenversicherungsträger einen Zuschuss beantragen.

 

Eine Pflegezusatzversicherung ist sinnvoll, um die Leistungen der normalen Pflegeversicherung zu ergänzen. Ab 65 Jahre ist ein Neueinstieg jedoch meist zu teuer oder gar unmöglich. Deshalb empfiehlt sich bereits vorher ein Abschluss dieser Zusatzversicherung.
Da Zahnersatz im Alter zunehmend zum Thema wird, kann sich für gesetzlich Krankenversicherte eine Zahnzusatzversicherung wertvoll erweisen.

Ein Muss ist auch für Rentner die Privathaftpflicht, die für Schäden einsteht, die man selbst verursacht und anderen zufügt.
Das Inventar der Wohnung ist in der Hausrat vor Diebstahl und u.a. Leitungswasserschäden versichert. Hauseigentümer brauchen zusätzlich noch eine Wohngebäude- und Elementarversicherung.

Kosten (Wohnungsumbau, Haushaltshilfe), die eine unfallbedingte Invalidität mit sich bringen können, lassen sich über eine Unfallversicherung abschließen.

Versicherungen für Rentner im Pflegeheim

Für Rentner im Pflegeheim ist neben der Krankenversicherung meist nur die Privathaftpflicht relevant. Besonders an Demenz erkrankte Senioren können ihr Handeln nicht immer kontrollieren. Bei fortgeschrittener Demenz besteht aber mitunter kein Versicherungsschutz mehr. Wichtig ist hierbei, das Versicherungsunternehmen auf die Erkrankung hinzuweisen und gegebenenfalls einen kostenintensiveren Tarif abzuschließen.

Es lohnt sich ein Blick in die Police der Kinder. Manche Haftpflichtversicherungen decken Eltern im Pflegeheim mit ab und es bedarf keines zusätzlichen Versicherungsschutzes.

Pflegestufen

Pflegestufen

  • Pflegestufen wie beantragen
  • Pflegestufen Vor und Nachteile
  • Finanzierung des Pflegeplatzes und was tun wenn die Rente nicht reicht

Welche Pflegestufen gibt es?

Gesetzlich erfolgt die Einteilung der Pflegestufen in die Kategorien 1, 2 und 3.

Pflegestufe 1 entspricht der erheblichen Pflegebedürftigkeit, bei der ein täglicher erforderlicher Pflegeaufwand von mindestens 90 Minuten bestehen muss, wobei davon mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, usw.) fallen. Der Betroffene ist zusätzlich mehrmals wöchentlich auf eine Haushaltshilfe angewiesen.

Schwerpflegebedürftigkeit definiert die Pflegestufe 2. Auch hier besteht mehrmals wöchentlich Bedarf an hauswirtschaftlicher Unterstützung sowie Minimum dreimal täglich grundpflegerische Versorgung zu unterschiedlichen Tageszeiten. Die erforderliche Versorgung erhöht sich auf mindestens 180 Minuten, wovon sich mindestens 120 auf die Grundpflege verteilen.

Als schwerstpflegebedürftig und somit in Pflegestufe 3 eingeordnet gilt, wer einer Rund-um-Pflege bedarf, die auch nachts stattfindet. Von mindestens fünf Stunden täglichem Zeitaufwand fallen vier Stunden allein auf die Grundversorgung.

Nimmt die Pflege über sieben Stunden pro Tag, davon auch nachts, in Anspruch, spricht man von einem Härtefall.
Gesetzlich nicht existent, aber in der Praxis angewandt, ist die Pflegestufe 0, die einen geringen Pflegebedarf betitelt. Hierzu zählen Menschen, die im Alltagsablauf eingeschränkt sind, z. Bsp. in Folge einer Demenz.

Wie werden Pflegestufen beantragt?

Zu Beginn steht meist eine Beratung beim Arzt, der Krankenkasse oder eines Pflegedienstes, wo sich Angehörige eines Pflegebedürftigen über Betreuungsmöglichkeiten und deren Kosten genau informieren können.

Pflegestufen werden direkt über ein Formular der zuständigen gesetzlichen oder privaten Krankenkasse beantragt und eingereicht.
Darin sind personelle Angaben (z. Bsp. Name, Adresse), Angaben zum Hilfebedarf (Körperpflege, Ernährung, Bewegung), als auch Aussagen über die Art der Pflege (Angehörige, Pflegedienst) vorzunehmen.
Der Medizinische Dienst der Krankenkasse stattet danach einen Hausbesuch ab, macht sich ein Bild vom Pflegebedarf und hält dieses in einem Gutachten fest, anhand dessen die Einstufung in eine Pflegestufe vorgenommen wird. Die Pflegekasse teilt diese Einstufung schriftlich an den Betroffenen mit.

Pflegeleistungen können nicht rückwirkend beantragt werden, sondern sind erst ab dem Monat gültig, innerhalb dessen der Antrag gestellt wird.

Welche Vor- und Nachteile haben die Pflegestufen?

Betroffene aller Pflegestufen können wahlweise von Angehörigen oder Pflegediensten betreut werden.

Angehörige bekommen hierfür Pflegegeld und unterliegen regelmäßigen Kontrollen von der Pflegekasse, die bei Pflegestufe 2 halbjährlich und bei Pflegestufe 3 sogar vierteljährlich stattfinden. Betroffene fühlen sich oft von Angehörigen besser und persönlicher betreut, aber die Pflegenden können den Zustand dauerhaft als körperliche und emotionale Belastung erfahren, die sie erdrückt. Gleichzeitig zur Pflegezeit kann zudem keiner weiteren Erwerbstätigkeit nachgegangen werden.
Pflegedienste, ambulant oder stationär, erhalten Sachleistungen ausbezahlt, die je nach Pflegestufe variieren. Auch eine Kombination aus Betreuung von Angehörigen und Pflegediensten ist anwendbar.
Da das bisherige Pflegestufen-System in der Kritik steht, wird seit April 2014 ein neues System über fünf Stufen getestet, das ab 2017 in Kraft treten soll. Als neuer Blickwinkel orientiert sich die Pflegebedürftigkeit nicht mehr wie bisher nach dem zeitlichen Pflegeaufwand, sondern am Grad der Selbständigkeit. Dieser wird anhand von sechs festegelegter Kriterien bemessen und mit Hilfe einer Skala von 1 bis 100 der Pflegegrad ermittelt. Bisherige Pflegestufen werden automatisch auf die neuen Pflegestufen abgestimmt.

Wie ist ein Pflegeplatz zu finanzieren und wie, wenn die Rente nicht reicht?

Ein Pflegeplatz wird in erster Linie über die Pflegeversicherung finanziert, aber auch über die eigene Rente und das Privatvermögen. Die jedoch die Praxis zeigt, reichen diese Gelder bei vielen Betroffenen meist nur für die Grundversorgung. Ist kein Vermögen mehr vorhanden, bezuschusst das Sozialamt den notwendigen Restbetrag. Da aber Kinder auch für ihre Eltern haften, kann das Sozialamt die Kosten von ihnen zurückfordern. Um die eigenen Kinder vor der Zuzahlung der Pflegekosten schützen und Finanzierungslücken schließen zu können, empfiehlt sich bereits in jungen Jahren der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung.

vor dem Abschluss

Versicherungen abschließen- darauf sollten sie achten

Versicherungsangebote gibt es fast wie Sand am Meer. Natürlich will jedes Versicherungsunternehmen seine Tarife gewinnbringend verkaufen. Doch nicht jeder Tarif ist für jede Person der Richtige. Darum gilt es vor dem Abschluss einer Versicherung einiges zu beachten:

Ausreichend informieren

Die erste Frage, die sich vor dem Abschluss einer Versicherung stellt, ist, ob man diese auch wirklich braucht. 9732125_sGrundversicherungen wie Krankenversicherung, Private Haftpflicht oder auch Hausrat sind unverzichtbar. Aber gerade bei der Hausratversicherung ist es unsinnig eine viel höhere Pauschalsumme abzusichern, wenn das persönliche Inventar weit unter diesem Wert liegt.

Das Internet ist ein offenes Buch und beantwortet jede Frage zum Thema Versicherung. Auch lässt sich hier recherchieren, welche Absicherung nur Geldschneiderei ist, aber keinen Nutzen bringt.

Die richtige Beratung

Jedes Versicherungsunternehmen stellt eigene Tarife zur Verfügung und legt darin Wert auf bestimmte Details. Ob diese unterschiedlichen Bestandteile genau den eigenen Gegebenheiten entsprechen, ist fragwürdig. Ein Online-Versicherungsvergleich kann allgemein sehr nützlich sein, um einen günstigen Tarif zu ermitteln. Die Versicherungselemente sind hierbei jedoch fest vorgegeben, indem man einzelne Kriterien filtert.

Wer jedoch Individualität wünscht, für den ist ein unabhängiger Versicherungsmakler der richtige Ansprechpartner. Er kann genau auf Kundenwünsche eingehen und bietet mitunter exklusive Tarife an, die kostengünstig sind. Hierbei ist das eigene Gespür sicher von Vorteil, denn ein guter Makler lässt sich daran erkennen, dass er an der Zufriedenheit des Kunden interessiert ist, nicht nur an der Höhe der Provision, die er für die Vermittlung erhält.

Versicherungsbedingungen

Alle Vertragsdetails müssen schriftlich festgehalten sein, um im Schadenfall darauf zurückgreifen zu können. Vor Vertragsabschluss muss also ganz genau gelesen werden, auch das Kleingedruckte.
Wichtig ist, gerade in Gesundheitsfragen absolut ehrlich zu sein. Kann die Versicherung eine Falschaussage nachweisen, erlischt der Versicherungsschutz und der Betroffene trägt den finanziellen Schaden selbst.

Zahlweise

Viele Versicherer bieten für die Zahlung der Beiträge nicht nur die jährliche Zahlweise an, sondern auch die halb-, vierteljährliche oder monatliche Zahlung. Monatliche Beiträge können verlockend niedrig aussehen, im Gesamtbetrag ergeben sie jedoch meist eine höhere Summe als die jährliche Zahlung. Versicherungen wie beispielsweise Hausrat oder Unfallversicherung sollten deshalb möglichst in einer Jahresrate beglichen werden.

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